Was aus einem Freiflug Segler werden kann.

Nachdem mittlerweile leichte und preiswerte R/C Komponenten auf dem Markt sind, wollte ich damit einen Segler mit Gesamtgewicht bis circa 100 g bauen. Da ich erst einmal nicht alles selbst bauen wollte, habe ich am Markt nach einem preiswerten und leistungsfähigen Modell gesucht. Die ersten Versuche mit den Wurfgleitern Graupner Minidiskus C2 und Multiplex Fox waren da leider nicht erfolgreich. 

Meine Wahl fiel jetzt auf den Robbe Start 880 (Spannweite 880 mm, 16 EUR). Ein Freiflug-Segelflugmodell in Holzbauweise. Das verwendete Jedelsky Profil war mir noch von der Jugend her gut in Erinnerung. Zumal der lokale Modellbauhändler das Modell vorrätig hatte, ging es gleich los mit dem bauen.

Bis jetzt hat das Modell meine Erwartungen an die Flugeigenschaften bestens erfüllt. Die Formgebung ist zwar nicht so ästhetisch wie bei den bereits erwähnten Schaum-Modellen, aber dafür fliegt es gut. Der Schönheit habe ich mit einer Verkleidung des Rumpf Vorderteils nachgeholfen.

 

Nachdem ich den Cumulus von Aeronaut gebaut habe, kann ich den Start 880 nicht mehr empfehlen. Während beim Start 880 die Ohren der Tragfläche als profilloses Brett ausgeführt sind, haben sie beim Cumulus auch das Jedelsky Profil. Außerdem macht sich die um 38% breitere Tragfläche deutlich in den Segeleigenschaften positiv bemerkbar.

 

 

R/C Einbau

gesamte Anlenkung

Der Aufbau des Modells ging mit dem guten Plan von Robbe schnell voran. Als Holzkleber habe ich nicht die mitgelieferte Tüte verwendet, sondern UHU Coll Express (ja, ich bin ungeduldig). Alles andere habe ich mit UHU Por geklebt. Wenn man den Rumpf verkleiden will, sollte man die äußeren zwei Balsa Formteile weglassen, um Gewicht zu sparen. Die Platzierung der R/C Komponenten wurde so gewählt, dass der Schwerpunkt stimmt. Durch Verschieben des Akkus kann man noch etwas trimmen.


Bild 1: zeigt auf einem Bild die gesamte Ruderanlenkung. Das Höhenruder ist hinten bei 2,5 cm (tiefste Stelle) quer geteilt worden. Dann habe ich das Ruder an der Drehkante circa 45 grad abgeschliffen. Mit dem Höhenleitwerk wurde es wieder mit UHU-Por verbunden. Dazu eine Kante mit UHU-Por einstreichen, das Ruder auf einem Baubrett montieren. Dann den Ruderspalt auf circa 0,3 mm aufziehen und mit Stecknadeln fest pinnen, bis der Kleber getrocknet ist (circa 20 min). Danach das Ruder auf Funktion prüfen, gegebenenfalls durch biegen beweglich machen, oder nachkleben.


Bild 2: Nachdem das Ruderhorn eingeklebt ist, ein 4 cm Stück Stahldraht 0,8 mm am Ende als "Z" biegen und mit Schrumpfschlauch und UHU-Por auf 2 cm Länge verbinden. Siehe auch die Baubeschreibung vom Drenalyn. Das andere Ende des Kohlefaserstabes mit dem Klemmstück am Servo befestigen.
Das Seitenruder wird um ein Stück Depron 3 mm verlängert. Breite unten 5 cm, oben 3 cm, Höhe 9 cm. Das Ruder wieder mit UHU-Por anscharnieren und das Ruderhorn ankleben. Zur besseren Festigkeit kann man ein Stück Packband unterkleben.

Oben wird das Seitenruder etwas ausgeschnitten, um den Ausschlag des Höhenruders zu ermöglichen


Bild 3: zeigt die Platzierung der Servos und des Empfängers. Die Servos habe ich mit UHU-Por am Rumpf festgeklebt. An der Rumpfspitze ist bereits der EPP Klotz festgeklebt. Er wird noch an den hinteren Rändern 3 x 3 mm ausgeschnitten, um das Depron bündig auflegen zu können.


Antrieb

Das Bild zeigt den Antrieb. Die Motorträger Platte habe ich für die Montage des Motors (siehe auch beim Slowboy-Mini) vorbereitet, und dann auf der Rückseite eine 1,5 mm tiefe Rille für die Verklebung mit dem 3 mm Kohlefaserrohr gefeilt. Die Klebung mit UHU-Por hat bis jetzt gehalten. Epoxydharz kann man sicher auch dafür verwenden. Unten wurde am Rumpf auch eine 1,5 mm tiefe Rille für die Verklebung mit dem 3 mm Kohlefaserrohr gefeilt. Zusätzlich habe ich oben und unten am Rumpf das Kohlefaserrohr mit einem dicken Baumwollfaden festgebunden und mit UHU-Por verklebt. Das Kabel Regler-Motor habe ich mit einem Kabelbinder am Motor Trägerrohr Zug entlastet. Die Kupferlackdrähte am Motor könnten sonst zu leicht brechen. Auf diese Art habe ich schon 2 Stück 5 g Motoren verloren.

 

Rumpf Verkleidung

Im Bild wird speziell der Aufbau der Rumpf Verkleidung gezeigt. Wenn man es einfach machen will, reicht es, Empfänger, Regler und Akku mit Klettband am Rumpf zu befestigen. Ich wollte die Schönheit unterstützen und habe eine Verkleidung aus Depron angebracht. Die EPP Spitze ist hinten an den Rändern 3x3 mm ausgeschnitten, damit die Depron Streifen bündig aufliegen. Um minimales Volumen zu bekommen, habe ich rechts zum Rumpf 12 mm Freiraum gelassen, links 16 mm wegen des Akkus. Der Akku liegt oben links in der Verkleidung.

Zuerst habe ich unten einen Steifen Depron (hinten 33 mm breit, vorne 20 mm, Länge 14,5 cm) auf den Rumpfspant und die Spitze geklebt. Dann habe ich zwei Seitenteile (Rumpfhöhe + 2 x 3 mm) an die EPP Nase angepasst und aufgeklebt. Die obere Öffnung habe ich dann vorne mit einem 2 cm Streifen, und hinten mit 1 cm Streifen geschlossen (hinter dem Motor-Ständer verklebt). Die restliche Öffnung habe ich als Klappe ausgeführt. Ein Kabelbinder am Regler-Motor Kabel dient als Verschluss. So kommt man gut an den Akku und Regler Stecker.

Die Motor Trägerplatte hat auch eine aerodynamisch geformte Verkleidung bekommen :-)

 

Technische Daten

Spannweite: 88 cm

Länge: 65 cm

Holzgewicht: 45 g

Fluggewicht: 105 g (109 g mit Akku #2)

Gesamtflächeninhalt: 9,6 dm2

Flächenbelastung: 11 g/dm2

Ruderausschlag Höhenruder: +/- 12 mm (Hinterkante, Mitte)

Ruderausschlag Seitenruder: +/- 25 mm (Hinterkante, unten)

Motor Sturz: circa 2 grad

Einstellwinkeldifferenz: 2,5 grad

R/C von www.hobbyking.com :

Servos: 2 Stück 3,7 g Klasse

Empfänger: Corona RS 410II, 4-Kanal

Regler: TR-6A, TURNIGY Plush 6A /.8bec/6g Speed Controller

Motor: 1404N-2290, 1404N 2290Kv 9.2g 3.5A 160g Thrust Outrunner

Propeller: GWS 5x3" HD

Akku: LiPo 180 mAh 2S, 16 g

Akku #2: Rhino LiPo 360 mAh 2S 20C, 20 g (Balancer Stecker)

Mechanik-Teile:

Kohlefaserstab 1 mm x 41 cm, Anlenkung Höhenruder

Kohlefaserstab 1,5 mm x 45 cm, AnlenkungSeitenruder

Kohlefaserrohr 3 mm x 13 cm, Motor-Ständer

Stahldraht 0,8 mm x 8 cm, für Ruderanschluss

Schrumpfschlauch 1,5 mm

Klemmstück : OR016-00501, Linkage Stopper D1.8mm (10pcs) 0,7 g (www.hobbyking.com), für 1,5 mm Kohlefaserstab auf 1,7 mm aufbohren

2 Stück Ruderhorn 07-00501x10 Control Horn 13,5x16 mm (www.hobbyking.com)

3 mm PVC Platte 20 x 25 mm (oder Sperrholz) für Motorträger

Depron 3 mm für Seitenruder und Rumpfverkleidung

EPP Block 25 x 25 x 35 mm für Rumpfnase

Packband 50 mm (Schutz für die Rumpfunterseite)

 

Flugerfahrung

Durch seine Auslegung als Freiflug Modell fliegt der Start 880 sehr gutmütig. Ich versuche jetzt die Segelflug Eigenschaften auszuloten. Dazu nutze ich den Motor um bis an die Grenze der sicheren Steuerbarkeit aufzusteigen. Dann wird gesegelt bis zum Startplatz. Da sind bis jetzt Zeiten von 50 / 60 und 90 Sekunden herausgekommen. 

Selbst bei Wind bis 15 km/h ist das Modell noch gut zu kontrollieren.

Ich habe auch zum Versuch einen Graupner Klapp-Propeller 4,7x2,3" (5,7 g) eingesetzt. Leider hat er deutlich weniger Leistung als der GWS 5x3" HD (1,4 g) Propellers gebracht.

 

Historie

2009-05-21 Erstellt

2009-05-27 Akku #2 eingesetzt

2011-03-17 Hinweis auf Aeronaut Cumulus