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Ein Nurflügel für den Park

Auf der Modellbau Messe in Sinsheim 2008 habe ich mir den preiswerten (25€) Nurflügel Wild Wing von www.flymex.de gekauft. Der Grund war das gute Preis/Leistungsverhältnis für ein geschäumtes EPP Modell, im Gegensatz zu den vielen geschnittenen (heißer Draht) Modellen, bei denen die Formgebung doch sehr eingeschränkt ist.

Nach dem Misserfolg mit dem Graupner Mini Discus C2  wollte ich für meinen nahe gelegenen Park ein kleines, leichtes, wendiges Modell habe. Durch Zufall fand ich einen Beitrag (Boomer = Ausleger) von Butch777 bei www.rcgroups.com der die gleiche Zielrichtung hatte. Er hat unter anderem auch den WildWing Nurflügel als Grundelement verwendet, und durch konsequenten Leichtbau und ein stabilisierendes Leitwerk ein gutes Ergebnis erzielt. Als Muster diente die Cessna Skymaster (siehe bei www.wikipedia.de).

Bei dem Aufbau habe ich ein Fluggewicht von 170 g erreicht, und das Modell erfüllt voll meine Erwartungen.

Der Boomer = Ausleger

Das Leitwerk (Boomer = Ausleger) wurde aus 3 mm Depron/Selitron geschnitten. Damit ein Nachbau leichter fällt, habe ich eine Schablone gezeichnet, die man als PDF Datei (English) herunterladen kann. Der hintere Teil des Höhenleitwerks ist beweglich ausgeführt, damit hat man die Option die EWD zu beeinflussen. Mit 6 grad Winkel war das aber nicht notwendig.

Durch das neue Höhen-Leitwerk (nur Dämpfung) konnte das Quer- /Höhenruder neutral eingestellt werden.

Das neue Leitwerk wird an Stelle der vorgesehenen Flossen in die Spuren eingeklebt. Bei dem Wild Wing ergibt sich dann eine Breite der Flosse von 265 mm.

Nach Butch777 sollte die Höhenflosse hinter dem Querruder angeordnet sein, das ist hier der Fall.

 

Die Praxis zeigt, dass der Ausleger in Laufe der Zeit irgendwann abbricht, oder sich löst. Um dem vorzubeugen, habe ich jetzt den Ausleger mit einem Kohlefaserstab 1,5 mm Durchmesser und 15 cm Länge verstärkt (siehe Bild rechts). Eine Seite wurde angespitzt und in das EPP gebohrt. Das andere Ende wurde mit Packband am Ausleger festgeklebt. Damit ist der Ausleger deutlich steifer geworden.

Motor, Wurf-Kufe

Als Motor wurde der bürstenlose 10g Motor 18-11 2000 kv von www.unitedhobbies.com  genommen. Da der original Motorhalter nicht passte und außerdem zu schwer (9,6 g) war, wurde aus Reststücken von EPP ein neuer Motorhalter gebaut.

Unterhalb der Tragfläche (siehe Bild rechts oben) wurde ein Teil aus einer EPP-Platte geschnitten, 2 x 7 x 2,5 cm (B x L x H), als Wurf-Kufe.

 

Als Motorhalter wurde oberhalb der Tragfläche ein EPP Keil geschnitten, 2,5 x 5 x 2,5 cm (B X L x H), nach vorne auslaufend. Um den Schwerpunkt auch mit einem 33 g Akku zu erreichen, wurde der Keil 2 cm vor die Hinterkante gesetzt, möglichst 90 grad zur Mittellinie Tragfläche. Darauf kommt dann noch eine Befestigungsplatte, bei mir eine 3 mm dicke PVC Platte (leicht), 90 grad zur Flügeloberfläche. Daran wird dann der Motor mit Schrauben befestigt. Bei dem weichen PVC muß man nur eine Kernbohrung bohren, das Gewinde kann man mit der Schraube selbst schneiden.

 

Da bei dem 2 cm Abstand des Propellers zur Hinterkante Flügel bei hoher Drehzahl ein deutliches Geräusch zu hören war, habe ich die Hinterkante des Flügels auf einen Abstand zum Propeller bis zu 4 cm ausgeschnitten. Damit hat sich das Geräusch deutlich reduziert.

Fernsteuerung

Zur Fernsteuerung wurden nur leichte Komponenten verwendet.

Die gelbe Platte mit Klettbandverschluss finde ich sehr praktisch. Das Fach ist für heutige Verhältnisse überdimensioniert, aber das macht ja nichts. Vorne ist die gelbe Platte mit einem Stück Glasfaser verstärktem Klebeband als Scharnier angeklebt. Davor sitzt noch ein kleiner EPP Würfel, um die Tragflächen-Nase zu schonen.

Der Akku ist ganz vorne quer geklemmt, damit der Schwerpunkt hinkommt. Der Empfänger sitzt dahinter, so reicht knapp die Servo Kabellänge von 16 cm.

Die Antenne ist durch den Schlitz für das Kohlefaserrohr geführt und mit Klebeband abgedeckt. Das Kohlefaserrohr wird bei dem geringen Gesamtgewicht nicht benötigt.

Die Servos habe ich vor die original Aussparungen gesetzt, damit der Schwerpunkt hinkommt. Die Kabellänge reicht so gerade.

Die Anlenkung wurde mit 1,5 mm Kohlefaserstangen realisiert, das spart Gewicht. Zum stufenlosen Einstellen dienen Klemmstücke, wie bereits beim Mini Discus beschrieben.

 

Winglets vom UAV DevilRay

Angeregt durch einen Artikel im deutschen Magazin Focus über ein UAV (Unmanned Air Vehicle = unbemanntes Luftfahrzeug) habe ich nach mehr Informationen und Bildern gesucht.

Eine ausführliche Beschreibung und Bilder vom DevilRay findet man im Internet.

Das für mich interessante waren die neuartigen Winglets an dem Nurflügel Modell und die Erklärung dazu:

 

Bei nach oben gebogenen Winglets zeigten Windkanal-Tests, es gab hohen Druck auf der Oberseite des inneren Teils des Winglets, das reduzierte Auftrieb und Stabilität. So folgte DRA (Hersteller) der Logik, es plazierte die Winglets umgekehrt, nach unten. Dies hatte zur Folge, dass jetzt der innere Abschnitt des Winglets Auftrieb produziert - hinter dem Schwerpunkt, so erzeugt es ein stabilisierendes Nase-herunter Nick Moment. Wenn der Nurflügel verlangsamt und seinen Anstellwinkel erhöht, nehmen die Wingtip Wirbel zu, und das stabilisierende Nick Moment von dem Winglet wird vergrößert.

 

Das wollte ich ausprobieren, nur mit welchem Material? Mein suchender Blick fiel nach einer Weile auf einen ausrangierten X-Twin Eagle. Die Tragfläche hat mit circa 25 x 9 cm eine gute Größe und ist sehr flexibel. Jetzt muss sie nur noch in Form gebracht werden. Also habe ich die Tragfläche längs geteilt, die Hälften jeweils zum Rohr gebogen und mit Schnur in dieser Lage fixiert. Nach circa 5 Minuten kochen im Wasserbad war das Material weich. Dann habe ich es über Nacht auskühlen lassen, danach hatte es ungefähr die gewünschte Form (siehe Bilder rechts). An dem WildWing Flügel habe ich dann außen circa 5 mm abgeschnitten, um eine ebene Klebefläche zu bekommen. Dort wurden dann auf Stoß die Winglets mit UHU-POR  angeklebt, die Klebestelle mit Packband verstärkt, und mit einem Heißluft Fön noch etwas in Form gebracht. 

 

Die Flugerprobung zeigte ein noch stabileres Flugverhalten, wie gewünscht. Durch das elastische Material des Winglets gibt es bei der Landung keine Probleme. Also kann man diese Art Winglets weiter empfehlen.

Technische Daten

Spannweite: 89 cm (ohne Winglets)

Länge mit Boomer: 56 cm

Flächeninhalt mit Boomer: 20 dm2

Gewicht der Tragfläche: 67 g

Gesamt-Gewicht: 170 g

Flächengewicht: 8,5 g/dm2

Schwerpunkt: 213 mm von der Vorderkante (original)

Schwerpunkt mit Winglets: 216 mm

Akku: LiPo 2S 500 mAh, 33 g

Empfänger: Corona 4 Kanal, 5 g

Motor: 10g Motor 18-11 2000 kv

Propeller: GWS 5030 HD, 1,4 g

Standschub: 120 g

Regler: TR6A 6g speed controller

Querruder: 3 mm Depron/Selitron (35-45 mm tief)

Servos: je 4,3 g (HXT500 hätten es auch getan)

Zu den Preisen: bei www.unitedhobbies.com kann man mit 3 Bestellungen zu jeweils maximal 22 EUR Warenwert alle wichtigen Teile bestellen, Summe = 54,43 EUR inkl. Versand bei einem $-Kurs von 1,5. Man muss nur Geduld haben. Dazu kommt noch der Wild Wing mit Versand und ein 1,5 mm Kohlefaserstab.

Das ist dann  in Summe 87,33 EUR. Das ist doch preiswert?

 

Die Vorderkante wurde mit transparentem 50 mm breiten Packband geschützt, ebenso wurden alle Öffnungen überklebt. An den leichten Gebrauchsspuren kann man sehen, dass das Modell schon einige Flüge überstanden hat.

Flugerprobung

Die Flugerprobung hat alle meine Erwartungen erfüllt. Durch das niedrige Flächengewicht segelt es sehr schön.

Auch bei mittlerem Wind und leichten Böen lässt sich das Modell noch gut steuern. Am Sender wurden für Höhen- und Querruder 50% Exponential eingestellt. Das Modell ging bei Vollgas steil nach oben, und es musste in den meisten Fällen mit dem Höhenruder korrigiert werden. Ein Mischen von  4% Tiefenruder zum Gas hat das gut kompensiert.

In der genannten Ausstattung wurde eine Flugzeit von 30 min. erreicht.

 

Die Mindest Geschwindigkeit ohne Motor bei 8,5 g/dm2 berechnet sich zu 3,7 m/s = 13,3 km/h (Formel: v[m/s] = 4 x sqrt([N/m2]) / ca=1 ). Ein Fußgänger kann bis 1,7 m/s = 6,1 km/h gehen. Bei wenig Gegenwind kann man also mitgehen.

 

Für die Freunde des Videos gibt es auch etwas (WildWingBoomer.wmv, 02:05 min, 5,22 MB).

 

Historie

2008-04-04 Erstellt

2008-04-06 Update, Video, kleine Änderungen

2008-05-08 Update, Ausleger (boomer) verstärkt, Sendemischer 4% Tiefenruder zum Gas.

2008-11-01 Update, Winglets vom UAV DevilRay

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